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Du solltest mal den Hochzeitsritus der Tibbu (Nomaden in der Sahara)
anschauen: Dort schminken sich die Männer mit allem, was sie haben,
dann tanzen sie vor den heiratswilligen Frauen ihres Dorfes, und die
suchen sich dann ihren Mann aus. ![]()
Abgesehen davon ist das Nichtschminken bei Männern ein Ergebnis der
Industrialisierung. Männer, die aus der Fabrik kamen, hatten sich Öl,
Kohle und anderen Dreck von der Haut zu schrubben, da hielt halt
keine Schminke mehr.
Schwere körperliche Arbeit verträgt sich nun mal nicht übermäßig mit
einem ständig geleckten Auftreten.
Im Barock war Schminke bei Männern (vom Adel oder vom Klerus) normal.
Schau dir einfach die ganzen Kulturen an, von denen wir heute noch
was über die Körperpflege wissen: Bei den Ägyptern schminkten sich
beide Geschlechter, genauso bei den Griechen und Römern. Im frühen
Mittelalter starb Körperkultur unter dem Einfluss der Lehre von der
Verderbtheit des Leibes aus, sowohl bei Männern als auch bei Frauen,
und Schminke wurde bei beiden Geschlechtern als Zeichen für einen
ausschweifenden Lebenswandel gesellschaftlich geächtet, und erst in
der Renaissance fand Körperpflege wieder Anklang.
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